Darum solltest du in die PKV wechseln

Aktualisiert: 24. Feb.

Die Entscheidung, ob du in die Private Krankenversicherung (PKV) wechseln solltest oder nicht sollte gut überlegt sein. Immerhin ist die Krankenversicherung sicherlich die wichtigste Versicherung die jeder von uns im Leben hat. Das stellst du spätestens dann fest, wenn du sie mal wirklich brauchst.


Genau aus diesem Grund, solltest du deine Entscheidung, ob du in der GKV bleiben willst oder in die PKV wechseln möchtest auf einer soliden Wissens-Grundlage treffen und nicht aus dem Bauch heraus oder daraus, was du von irgendwem irgendwann gehört hast. Zwar können Erfahrungen von Personen aus deinem Umfeld hilfreich sein, doch müssen deren Erfahrungen nicht unbedingt auch auf deine Situation zutreffen.


Es gibt viele Gründe, warum du dich für oder gegen eine PKV entscheiden solltest. Auf die beiden wichtigsten Punkte die für eine PKV, möchte ich heute eingehen.





PKV Leistungssicherheit

Der aus meiner Sicht entscheidende Vorteil der PKV gegenüber der GKV ist die Leistungssicherheit. Entscheidest du dich heute für einen leistungsstarken PKV-Tarif, kann die Private Krankenversicherung nicht von sich aus in der Zukunft irgendwelche Leistungen reduzieren. Einmal zugesagte Leistungen gelten dauerhaft. Falls es deinerseits so wäre, das gewisse Leistungen in der Zukunft nicht mehr nötig sind, könntest du ggf. verlangen, dass Leistungen gestrichen werden, um beispielsweise den Versicherungsbeitrag zu reduzieren. Die PKV kann das aber niemals von sich aus tun!


Anders ist es hier bei der GKV. Derzeit zählt das deutsche Krankenversicherungssystem, auch wegen der Dualität aus PKV und GKV zu den besten Krankenversicherungssystemen weltweit. Dennoch gibt es auch heute schon, deutliche Leistungsunterschiede zwischen der GKV und der PKV.


Ganz wichtig ist es für dich zu wissen, dass die Leistungen der GKV nicht auf Dauer garantiert sind! Welche Leistungen von einer GKV übernommen werden oder nicht, wird von einem komplexen System aus Politik, GKV und verschiedenen Verbänden bestimmt:

GKV-System

Es hilft dir nicht, wenn du sagst, dass du heute mit den Leistungen der GKV zufrieden bist. Bei der Frage nach der geeigneten Krankenversicherung, solltest du eine zeitliche Perspektive berücksichtigen, die dein ganzen Leben berücksichtigt.


Sehr häufig, wurden Leistungen der Gesetzlichen Krankenversicherung im Rahmen von Gesetzesänderungen gestrichen. Beispielsweise ist an dieser Stelle das “Krankenversicherungskosten Dämpfungsgesetz” von 1977 zu nennen, gefolgt von sehr vielen weiteren “Kostendämpfungsgesetzen”.

  • 1982: 2. Kostendämpfungsgesetz

  • 1983: 1. Haushaltsbegleitgesetz

  • 1989: Gesundheitsreformgesetz

  • 1993: Gesundheitsreform Teil 1

  • 1994: Gesundheitsreform Teil 2

  • 1997: Beitragsentlastungsgesetz

  • 1999: Solidaritätsstärkungsgesetz

  • 2003: Beitragssicherungsgesetz

  • 2004: GKV-Modernisierungsgesetz:

  • und weitere 2005, 2009, 2015…


Zwar sind die Leistungskürzung je nach Sichtweise bisher nicht dramatisch ausgefallen. Denn es ist vermutlich kein Argument in die PKV einzutreten, nur weil eine Gesetzesänderung dazu führt, das beispielsweise Brillengestelle nicht mehr übernommen werden. Aber die Frage ist, wie werden die Leistungskürzungen in der Zukunft aussehen? Warum die Politik diese Maßnahmen ergreift, hängt im Wesentlichen damit zusammen, dass Kosten gespart werden sollen und müssen. Dazu aber später mehr.


Es gab aber durchaus auch bereits jetzt schon Gesetzesänderungen, die sehr relevante Leistungskürzungen nach sich gezogen haben. So führte das Beitragssicherungsgesetz 2003 dazu, dass es zu massiven Kürzungen der Budgets für Arzthonorare und Krankenhäuser gekommen ist. Auswirkungen davon sind schon seit langem für jeden spürbar, der beispielsweise im Krankenhaus arbeitet und dort häufig allein für zu viele Patient*innen zu sorgen hat.


Im September 2018 habe ich einen Vortrag von Dr. Klaus Reinhardt besucht. Dr. Reinhardt ist Vorsitzender des Hartmann Bundes und seit Mai 2019 Präsident der Bundesärztekammer. Der Vortragstitel lautete: “Was leistet die Medizin von morgen - was nicht?”.


Ein Frage, welche er aufgriff, war die danach, welche Kosten für die Behandlung einer Krankheit für eine Gesellschaft akzeptabel sind und welche nicht. Das Beispiel, dass er hierfür anführte war folgendes: