Was leistet dein Versorgungswerk?

Aktualisiert: 22. März

Das Versorgungswerk ist grob gesagt das Gegenstück zur deutschen Rentenversicherung. Als Arzt oder Ärztin bist du pflichtversichert im ärztlichen Versorgungswerk. Das bedeutet, dass du dich zugunsten des Versorgungswerks von der deutschen Rentenversicherung befreien lassen kannst. In den allermeisten Fällen ist das sehr sinnvoll, da du davon ausgehen kannst, dass die Leistungen aus dem Versorgungswerk besser sein werden, als die aus der deutschen Rentenversicherung. Ein Grund dies anzunehmen ist beispielsweise der, dass die Versorgungswerke mit ihren Mitgliedsbeiträgen Geldanlage betreiben können und so eine Rendite auf die Beiträge zu erwarten sind. Diese Möglichkeit hat die Deutsche Rentenversicherung nicht. Hier werden die Beiträge direkt an die Leistungsbezieher weitergegeben und können nicht angelegt werden.


Es ist nicht ganz korrekt, wenn wir über “das Versorgungswerk” sprechen. Es gibt bundesweit 18 Versorgungswerke für Ärztinnen und Ärzte, die je regional verteilt sind. Zusätzlich gibt es weitere Versorgungswerke für andere Berufsgruppen wie beispielsweise Rechtsanwälte.


Ärztliche Versorgungswerke
Ärztliche Versorgungswerke
  1. SCHLESWIG-HOLSTEIN

  2. HAMBURG

  3. BREMEN

  4. BERLIN

  5. MECKLENBURG-VORPOMMERN

  6. NIEDERSACHSEN

  7. SACHSEN-ANHALT

  8. NORDRHEIN-WESTFALEN

  9. BRANDENBURG

  10. NORDRHEIN-WESTFALEN

  11. THÜRINGEN

  12. SACHSEN

  13. RHEINLAND-PFALZ

  14. RHEINLAND-PFALZ

  15. SAARLAND

  16. HESSEN

  17. BADEN-WÜRTTEMBERG

  18. BAYERN


Die wichtigsten Leistungen der Versorgungswerke ist zum einen die Altersversorgung und die Berufsunfähigkeitsversicherung. Daneben gibt es je nach Versorgungswerk mehr oder weniger stark ausgeprägte Leistungen wie beispielsweise eine Hinterbliebenenabsicherung.



Wie hoch sind die Leistungen deines Versorgungswerkes?


Die Höhe der Leistungen unterscheiden sich je nach Versorgungswerk. Das rührt daher, dass jedes Versorgungswerk selbständig dafür zuständig ist, wie es mit den Mitgliedsbeiträgen umgeht und wie hoch demnach die Leistungen ausfallen können.


Informationen zu den Leistungen deines Versorgungswerkes findest du in der Satzung oder in deinem Versorgungswerksbescheid. Den Bescheid erhältst du einmal im Jahr postalisch zugeschickt. Die Satzung findest du in der Regel auf der Webseite deines Versorgungswerkes. Wichtig für dich zu wissen ist, das die dargestellten Leistungen nicht garantiert sind. Die Versorgungswerke unterliegen keiner zentralen Aufsicht wie beispielsweise private Versicherungsunternehmen. So obliegt die Aufsicht der "Ärzteversorgung Westfalen Lippe" dem Ministerium der Finanzen des Landes NRW. Die benachbarte "Nordrheinische Ärzteversorgung" wird hingegen vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW beaufsichtigt und - um beim Beispiel Nordrhein-Westfalen zu bleiben - das "Versorgungswerk der Rechtsanwälte im Lande Nordrhein-Westfalen" wird vom Justizministerium des Landes NRW beaufsichtigt.


Zudem gibt es auch keinen staatlichen Zuschuss zu den Leistungen ähnlich der deutschen Rentenversicherung. Die Leistungen speisen sich ausschließlich aus den Beiträgen der Mitglieder und dem Erfolg der jeweils getroffenen Anlageentscheidung. Wenn die zugesagten Leistungen angepasst werden müssen, entscheidet das Versorgungswerk selbst darüber ob und in welcher Form diese Anpassung erfolgen soll. Wie viele Personen die Änderung entscheiden dürfen, ist je Versorgungswerk unterschiedlich. Auch hier gilt allerdings: es gibt keine zentrale Aufsicht. Das Satzungen Anpassungen erfahren, ist eher die Regel als die Ausnahme. Sehr transparent kann man das beispielsweise an der Satzung der Nordrheinischen Ärzteversorgung sehen:



Nordrheinische Ärzteversorgung Satzungsänderung
Quelle: Satzung Nordrheinische Ärzteversorgung


Altersvorsorge aus dem Versorgungswerk


Die Höhe der Altersvorsorge hängt davon ab, wie lange du wie viel in dein Versorgungswerk eingezahlt hast. Darüber hinaus hängt die Höhe auch davon ab, wie erfolgreich dein Versorgungswerk bei der Geldanlage war und wie sehr sich der demografische Wandel, sowie die bereits lang andauernde Niedrigzinsphase auf die